Deutsch | English

Verlassenschaftsverfahren und Bankgeheimnis

Banken und Kreditinstitute geben der Notarin/dem Notar jederzeit Auskunft über Anfragen bezüglich "legitimierter Werte", also solche, die auf den Namen der Verstorbenen/des Verstorbenen lauteten (z.B. Giro- oder Pensionskonten, auf Namen lautende Wertpapierdepots, auf Namen lautende Sparbücher, Bausparverträge).

Bei anonymen Werten (z.B. Überbringersparbücher) gibt die Bank nur dann Auskunft, wenn die Notarin/der Notar bestätigt, dass der betreffende Wert zum Nachlass gehört.

HINWEIS

Anonyme Werte gehören dann zum Nachlass, wenn sie von der Erbin/dem Erben anlässlich der Errichtung der Todesfallsaufnahme vorgewiesen wurden.

Im Zuge des Verlassenschaftsverfahrens können keine Verfügungen über Werte getroffen werden, die nicht eindeutig der Verstorbenen/dem Verstorbenen zugerechnet werden können.

BEISPIEL

Ein Überbringersparbuch lässt sich beispielsweise zu Lebzeiten wirksam verschenken, wenn das Sparbuch übergeben und das Losungswort genannt wird. Innerhalb eines Verlassenschaftsverfahrens würde möglicherweise in Rechte Dritter (z.B. Geschenknehmerin/Geschenknehmer eines Überbringersparbuches) eingegriffen werden.

HINWEIS
Zu beachten ist, dass Behebungen von Sparbüchern nur nach Vorlage eines Ausweises erfolgen können.
Stand: 01.01.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!

Werbung
Rechtsanwalt Dr. Christoph Naske