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Erben, die nicht ausgeforscht werden können

Erben sind gänzlich unbekannt

Wenn die Erbinnen/Erben gänzlich unbekannt sind, erlässt die Gerichtskommissärin/der Gerichtskommissär ein sogenanntes Erbenedikt, in dem die unbekannten Erbinnen/Erben aufgefordert werden, ihre Ansprüche binnen sechs Monaten geltend zu machen.

Die Zustellung erfolgt durch öffentliche Bekanntmachung in der Ediktsdatei.

Sollten sich trotz aller Bemühungen keine Erbinnen/Erben finden lassen, kann in letzter Konsequenz die Republik Österreich den Antrag auf Übergabe des Nachlasses stellen, der Nachlass wird somit "heimfällig".

Erben sind bekannt

Wenn die Erbin/der Erbe bekannt ist, nicht jedoch ihr/sein Aufenthaltsort, wird eine Erbenkuratorin/ein Erbenkurator bestellt und ebenfalls ein Erbenedikt erlassen.

Kann eine Erbin/ein Erbe innerhalb der sechsmonatigen Frist nicht ausgeforscht werden, wird das Verfahren mit den übrigen Erbinnen/Erben und der Erbenkuratorin/dem Erbenkurator fortgesetzt. Der auf die Abwesende/den Abwesenden entfallende Anteil wird nach Beendigung des Verlassenschaftsverfahrens für diese/diesen aufbewahrt.

Die Erbenkuratorin/der Erbenkurator ist aber verpflichtet, noch weitere Nachforschungen anzustellen. Ihre/seine Tätigkeit ist erst dann beendet, wenn

  • Die Erbin/der Erbe gefunden werden konnte,
  • Das vorhandene Vermögen durch die Ermittlungskosten aufgebraucht wurde oder
  • Feststeht, dass die Erbin/der Erbe verstorben ist oder für tot erklärt wurde.

In letzterem Fall wird das vorhandene Vermögen nach Durchführung einer Nachtragsabhandlung der übrigen Erbin/dem übrigen Erben ausgefolgt.

Ediktsdatei

Stand: 04.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

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