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Familienbeihilfe – Beantragung

Allgemeine Informationen

Achtung: In dieser Seite wurde lediglich das zuständige Bundesministerium mit 1. März 2014 aktualisiert. An der Aktualisierung des Inhalts wird derzeit gearbeitet.

Für Kinder wird Eltern, unabhängig von ihrer Beschäftigung oder ihrem Einkommen, Familienbeihilfe gewährt.

Grundsätzlich kann die Familienbeihilfe bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres des Kindes (bisher 26. Lebensjahr) bezogen werden. In Ausnahmefällen, wenn beispielsweise Zivildienst geleistet wurde oder das Kind erheblich behindert ist, kann die Familienbeihilfe auch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (bisher 27. Lebensjahr) gewährt werden. Ab der Volljährigkeit ist die Gewährung von Familienbeihilfe jedoch im Allgemeinen an das Vorliegen einer Berufsausbildung gebunden.

Ausnahme: Für volljährige Kinder, die wegen einer vor Vollendung des 21. Lebensjahres oder während einer späteren Berufsausbildung, jedoch spätestens vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen oder geistigen Behinderung voraussichtlich dauernd außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen, besteht ohne Altersbegrenzung Anspruch auf Familienbeihilfe und erhöhte Familienbeihilfe.

Während des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienstes besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe.

Der Anspruch auf Familienbeihilfe entfällt, wenn ein volljähriges Kind über eigene zu versteuernde Einkünfte von mehr als 10.000 Euro pro Kalenderjahr verfügt. Bei Selbstständigen ist das Einkommen maßgeblich, welches sich aus dem letzten Einkommensteuerbescheid ergibt. Bei Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern gilt als Einkommen der jährliche Bruttobezug (ohne 13. und 14. Gehalt). Nicht berücksichtigt werden dabei zudem:

  • Arbeiterkammerumlage
  • Wohnbauförderungsbeitrag
  • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung
  • Pendlerpauschale
  • Werbungskostenpauschale (132 Euro jährlich, sofern nicht höhere Werbungskosten nachgewiesen werden)
  • Sonderausgabenpauschale (60 Euro jährlich, sofern nicht höhere Sonderausgaben nachgewiesen werden)
  • Außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheit, Behinderung)

Folgende Einkünfte werden bei der Ermittlung des Einkommens für den Anspruch auf Familienbeihilfe ebenfalls nicht berücksichtigt:

  • Einkünfte, die vor oder nach Zeiträumen, für die Anspruch auf Familienbeihilfe bestand, erzielt wurden bzw. werden,
  • Entschädigungen aus einem anerkannten Lehrverhältnis,
  • Waisenpensionen und Waisenversorgungsgenüsse und
  • Einkommensteuerfreie Bezüge
ACHTUNG
Wird der Betrag von 10.000 Euro überschritten, ist ab dem Kalenderjahr 2013 nur mehr jener Betrag zurückzuzahlen, um den der Grenzbetrag überschritten wurde.

Für Studierende kann Eltern ebenfalls Familienbeihilfe gewährt werden. Hierbei sind jedoch besondere Voraussetzungen zu beachten. Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Kapitel "Familienbeihilfe für Studierende".

Beziehen Sie für mindestens drei Kinder Familienbeihilfe, können Sie zudem einen Mehrkindzuschlag beantragen. Welche Unterlagen Sie dafür benötigen und wie das Verfahren abläuft, erfahren Sie im Kapitel "Mehrkindzuschlag".

Volljährige, für die Anspruch auf Familienbeihilfe besteht, können beim Finanzamt beantragen, dass die Überweisung der Familienbeihilfe ab September 2013 direkt auf ihr eigenes Girokonto erfolgt. Gemeinsam mit der Familienbeihilfe wird dann auch der Kinderabsetzbetrag angewiesen, wozu kein gesonderter Antrag erforderlich ist. Voraussetzung für eine Direktauszahlung der Familienbeihilfe ist, dass die Person (in der Regel die Mutter oder der Vater), die Anspruch auf die Familienbeihilfe hat, der Überweisung zustimmt. Das ist durch eine Unterschrift am Antragsformular zu dokumentieren. Diese Zustimmung kann jederzeit formlos widerrufen werden, allerdings nur für Zeiträume, für die noch keine Familienbeihilfe ausgezahlt wurde. Um steuerrechtliche und unterhaltsrechtliche Probleme zu vermeiden, sind die Eltern weiterhin Anspruchsberechtigte. Rückforderungen an Familienbeihilfe richten sich daher an den anspruchsberechtigten Elternteil. Die Direktauszahlung der Familienbeihilfe kann nur auf ein Girokonto erfolgen, eine Baranweisung ist nicht möglich. Eine Direktauszahlung der Familienbeihilfe hat keinen Einfluss auf die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen.

Voraussetzungen

Einen Anspruch auf Familienbeihilfe haben Eltern,

  • deren Lebensmittelpunkt sich in Österreich befindet und
  • deren Kind (auch Adoptiv-, Pflege-, Stief- und Enkelkind) mit ihnen zusammen in einem Haushalt lebt oder für das sie überwiegend Unterhalt leisten, wenn zu keinem Elternteil Haushaltszugehörigkeit besteht.

Ab Vollendung des 18. Lebensjahres wird die Auszahlung von Familienbeihilfe nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt. Dies ist der Fall, wenn das Kind beispielsweise

  • eine Berufsausbildung (auch Studium) absolviert,
  • an einer Fortbildung in einem erlernten Beruf in einer Fachschule teilnimmt und die Ausübung des Berufs nicht möglich ist,
  • voraussichtlich aufgrund einer Behinderung dauerhaft außerstande ist, selbst für den eigenen Unterhalt aufzukommen,
  • sich zwischen der Beendigung des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn oder der Fortsetzung einer Berufsausbildung befindet (die Berufsausbildung muss zum frühestmöglichen Zeitpunkt begonnen oder fortgesetzt werden) oder
  • ab 1. März 2011 besteht Anspruch auf Familienbeihilfe für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für die Zeit zwischen dem Abschluss der Schulausbildung und dem frühestmöglichen Beginn einer weiteren Berufsausbildung.
ACHTUNG
Für Studierende gelten zusätzliche Voraussetzungen. Lesen Sie dazu mehr unter "Familienbeihilfe für Studierende".

Fristen

Die Familienbeihilfe kann jederzeit beantragt werden. Rückwirkend wird sie jedoch nur für fünf Jahre ab dem Monat der Antragstellung gewährt.

Zuständige Stelle

Das Wohnsitzfinanzamt

Verfahrensablauf

Die Familienbeihilfe müssen Sie bei der zuständigen Stelle beantragen. Die Antragstellung kann persönlich oder schriftlich erfolgen. Das Antragsformular erhalten Sie bei der zuständigen Stelle oder am Ende dieser Seite.

Mit FinanzOnline können Sie den Antrag auf Familienbeihilfe auch elektronisch an Ihr Finanzamt übermitteln.

Das Antragsformular muss ausgefüllt und unterschrieben bei der zuständigen Stelle eingereicht bzw. elektronisch abgesendet werden. Vergessen Sie nicht, die erforderlichen Unterlagen beizulegen. Bei elektronischer Antragstellung müssen diese gegebenenfalls persönlich oder per Post nachgereicht werden.

Beantragt werden kann die Familienbeihilfe auch für volljährige Kinder grundsätzlich nur durch die Eltern, da diese vorrangig anspruchsberechtigt sind. Einen eigenen Anspruch auf Familienbeihilfe haben Kinder nur dann, wenn die Haushaltsgemeinschaft zu den Eltern nicht mehr besteht und die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nachweislich nicht nachkommen. Eine Haushaltsgemeinschaft gilt dann nicht als aufgehoben, wenn sich die Kinder zu Berufsausbildungszwecken notwendigerweise an einem anderen Ort aufhalten. Für Kinder, denen von der Ehegattin/vom Ehegatten bzw. von der früheren Ehegattin/vom früheren Ehegatten Unterhalt zu leisten ist, besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe.

Erforderliche Unterlagen

Grundsätzlich kann die zuständige Stelle zur Überprüfung Ihrer Angaben im Antragsformular die darin angegebenen Dokumente von Ihnen verlangen.

Als Nachweise dienen u.a.:

  • Wenn das Kind volljährig ist:
    Nachweis einer laufenden Berufsausbildung oder Studienerfolgsnachweis bzw. Nachweis über die Studienverzögerung
  • bei ausländischen Staatsbürgerinnen/Staatsbürgern (auch EU-Bürgerinnen/EU-Bürger):
    Nachweis über den rechtmäßigen Aufenthalt nach §§ 8 oder 9 Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG)
  • Nachweis des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienstes

Die Nachweise können – mit Ausnahme der Nachweise über das Studium bzw. über die Verzögerung des Studiums – in Form von Kopien erbracht werden.

Kosten

Der Antrag auf Familienbeihilfe ist kostenlos.

Zusätzliche Informationen

Kinderabsetzbetrag

Gemeinsam mit der Familienbeihilfe wird der Kinderabsetzbetrag ausgezahlt. Er muss nicht gesondert beantragt werden. Der Kinderabsetzbetrag ist keine Familienbeihilfe, sondern ein Absetzbetrag, der in Form einer Negativsteuer ausgezahlt wird. Er beträgt 58,40 Euro pro Kind und Monat.

Erhöhte Familienbeihilfe

Ist Ihr Kind erheblich behindert, wird Ihnen eine erhöhte Familienbeihilfe gewährt.

Weitere Informationen zum Thema "Erhöhte Familienbeihilfe" erhalten Sie im Kapitel "Kindheit und Behinderung".

Wegfall des Anspruches auf Familienbeihilfe

Der Wegfall des Anspruches auf Familienbeihilfe kann durch Einreichung des Formulars "Familienbeihilfe – Antrag – Beih1", oder auch durch ein formloses Schreiben bzw. E-Fax an das zuständige Finanzamt bekanntgegeben werden.

Nähere Informationen zum Thema "Familienbeihilfe" finden sich auch auf den Seiten der Arbeiterkammer.

Rechtsgrundlagen

Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG)

Zum Formular

Stand: 01.03.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Familien und Jugend

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