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Rechte bei Verspätung/Ausfall von Zügen

Fällt ein Zug aus oder kommt es zu einer Verspätung, so besteht jedenfalls Recht auf angemessene Informationen während der Wartezeit.

Beträgt die Verspätung mindestens eine Stunde, so bestehen folgende Rechte:

  • Recht auf Stornierung der Reise und sofortige Kostenerstattung: Sie können die Reise stornieren und müssen die Kosten für die Fahrkarte sofort erstattet bekommen. Wird nur ein Teil der Reise storniert, müssen nur die Kosten für den nicht in Anspruch genommenen Teil erstattet werden.
  • Frühestmögliche Weiterreise: Sie haben Anspruch auf Beförderung zum Reiseziel zum frühestmöglichen nächsten Zeitpunkt bzw. auf Wunsch zu einem späteren Zeitpunkt.
  • Ggf. Rückfahrt: Kann der Zweck Ihrer Reise wegen der Verspätung nicht mehr erfüllt werden (z.B. der Besuch einer Theateraufführung, der sich nicht mehr ausgeht), besteht ein Anspruch auf eine Rückfahrt zum Ausgangspunkt der Reise.
  • Verpflegung, Erfrischung, Übernachtung: Je nach Wartezeit können Sie Anspruch auf Verpflegung und Erfrischung sowie, wenn eine Übernachtung notwendig ist, auf Unterbringung haben. Auch die Kosten für die Fahrt vom Bahnhof zum Hotelzimmer muss die Bahngesellschaft tragen.

Zusätzlich besteht Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Diese beträgt

  • bei einer Verspätung zwischen einer und zwei Stunden: 25 Prozent des Fahrkartenpreises
  • bei einer Verspätung über zwei Stunden: 50 Prozent des Fahrkartenpreises
HINWEIS
Die Eisenbahnunternehmen dürfen einen Mindestbetrag festlegen, unter dem eine Entschädigung nicht ausbezahlt wird. Dieser Mindestbetrag darf allerdings maximal 4 Euro betragen. Auch die ÖBB entschädigt erst ab einem Betrag von 4 Euro.

Ausnahme: Kein Anspruch auf Entschädigung besteht, wenn bereits vor Kauf der Fahrkarte über die Verspätung informiert wurde.

Kann ein Zug wegen einer Blockierung auf der Zugstrecke nicht weiterfahren, so besteht das Recht auf Transport zum Abfahrtsbahnhof, zum Reiseziel oder zu einem anderen Abfahrtsort für die Weiterfahrt.

ACHTUNG
Werden nur Züge des Nah- oder Regionalverkehrs, wie z.B. S-Bahnen, Regionalzüge, Regionalexpresszüge genutzt und zwar ohne einer gemeinsamen Fahrkarte in Verbindung mit Fernverkehrszügen, so gibt es bei der ÖBB keine Entschädigung im Verspätungsfall. Auch in anderen EU-Staaten kann der Regionalverkehr von den Regelungen zur Erstattung ausgenommen sein. Bitte beachten Sie auch, dass es für internationale Passangebote, bei besonderen Vergünstigungskarten, Pauschalangeboten und Zeitkarten spezielle Entschädigungsbedingungen gibt.

Die Entschädigung darf grundsätzlich in Gutscheinen ausbezahlt werden. Auf Verlangen des Fahrgastes ist jedoch Bargeld zu erstatten.

Einbringung von Beschwerden bzw. Antragstellung

Alle Beschwerden sind grundsätzlich bei jenem Bahnunternehmen einzubringen, das die Fahrkarte ausgestellt hat. Bei vielen Bahnunternehmen gibt es eigene Formulare für die Einbringung von Anträgen auf Entschädigung.

Kann eine Beschwerde nicht mit dem Unternehmen selbst geregelt werden, besteht die Möglichkeit, sich an die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte zu wenden. Diese kann helfen, die Streitigkeit ohne Einschaltung eines Gerichts zu lösen. Kann ein Beschwerdefall nicht außergerichtlich geregelt werden, können Ansprüche auch vor Gericht eingeklagt werden.

ACHTUNG
Für die Geltendmachung des Anspruchs auf Entschädigung kann eine Bestätigung der Verspätung/des Ausfalls notwendig sein. Die Bestätigung erfolgt gegebenenfalls durch Zugbegleiterinnen/Zugbegleiter der verspäteten Züge oder direkt nach der Ankunft des Zugs an der Bahnhofskasse. Bitte informieren Sie sich im Verspätungsfall an der Bahnhofskasse bzw. beim Zugpersonal.
Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

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