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Rechte bei Verspätung/Streichung/Überbuchung eines Fluges

Allgemeines

Besondere Rechte für Fluggäste bei Verspätung/Streichung/Überbuchung von Flügen gelten

  • immer wenn der Abflughafen innerhalb der EU liegt (egal, welche Fluglinie) oder
  • wenn der Zielflughafen in der EU liegt und die Fluglinie in der EU registriert ist.

Die besonderen Rechte gelten nicht, wenn der Flug in einem Nicht-EU-Land begonnen hat und die Fluglinie nicht in der EU registriert ist.

Informationspflicht

Die Fluggesellschaft ist verpflichtet, über die Rechte der Fluggäste und über den Grund einer Nichtbeförderung aufzuklären. Außerdem muss sie die Fluggäste über Ausfälle und Verspätungen ab 2 Stunden bzw. bei Flügen ab 3.500 km ab 4 Stunden informieren.

Streichung/Überbuchung/Verweigerung der Beförderung

Kann ein Flug nicht angetreten werden, weil er gestrichen wird, überbucht ist oder die Beförderung verweigert wird, besteht Anspruch auf

  • eine vergleichbare andere Beförderung an den Zielort oder
  • Erstattung der Kosten des Flugtickets und ggf. kostenlosen Rücktransport an den Ausgangsort.

Ab einer Verspätung von 5 Stunden besteht ebenfalls Recht auf Erstattung der Kosten des Flugtickets. Macht der Fluggast von diesem Recht Gebraucht, gibt es allerdings keinen Anspruch auf Weiterbeförderung.

Zusätzlich besteht bei Nichtbeförderung/Streichung von Flügen/Verspätungen von über 3 Stunden unter Umständen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Diese beträgt je nach Flugstrecke 250 bis 600 Euro:

  • Bis 1.500 km: 250 Euro Entschädigung
  • 1.500 km bis 3.500 km: 400 Euro Entschädigung
  • Über 3.500 km: 600 Euro Entschädigung

Ausnahme: Keine finanzielle Entschädigung gibt es, wenn

  • ein Flug wegen "höherer Gewalt" gestrichen werden muss (z.B. Unwetter, Sicherheitsrisiko, Streik) oder
  • die Fahrgäste zwei Wochen vor dem Abflugdatum über die Streichung informiert werden oder
  • das Flugunternehmen einen alternativen Flug für die Strecke in einem ähnlichen Zeitraum angeboten hat.

Bei der Streichung eines Fluges wegen außergewöhnlichen Umständen gibt es also keine finanzielle Entschädigung, aber wahlweise:

  • Die Erstattung des Tickets
  • Alternativer Flug zum Zielort zum frühestmöglichen nächsten Zeitpunkt
  • Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt nach Wahl und nach Verfügbarkeit

Antragstellung auf Erstattung/Entschädigung

Das EU-Beschwerdeformular für Fluggastrechte muss bei der Fluggesellschaft eingebracht werden. Eine Kopie davon sollte unbedingt aufbewahrt werden.

Kommt keine Antwort von der Fluggesellschaft oder ist die Antwort nicht zufriedenstellend, besteht die Möglichkeit, sich an die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte zu wenden. Diese kann helfen, die Streitigkeit ohne Einschaltung eines Gerichts zu lösen. Kann ein Beschwerdefall nicht außergerichtlich geregelt werden, können Ansprüche auch vor Gericht eingeklagt werden.

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

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