Hilfe zu "Gebärdensprachvideo" Deutsch | English

Rechte bei Verspätung/Streichung einer Schiffsreise

Kommt es voraussichtlich zur Streichung einer Schiffsreise oder zu einer Verzögerung von über 90 Minuten, so muss der Beförderer den Fahrgästen folgendes zur Auswahl anbieten:

  • Alternative Beförderung zum frühestmöglichen nächsten Zeitpunkt ohne Aufpreis, zu den vereinbarten Bedingungen oder
  • Erstattung des Fahrpreises und gegebenenfalls frühestmögliche kostenlose Rückfahrt zum Abfahrtsort.

Die Erstattung des Fahrpreises muss binnen sieben Tagen durch Barzahlung, elektronische Überweisung, Gutschrift oder Scheck erfolgen. Erfolgt die Erstattung mittels Gutschrift, ist die Zustimmung des Fahrgasts erforderlich.

Bei Ausfall oder Verspätung eines Schiffes ab 90 Minuten muss der Beförderer spätestens 30 Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit über die Verspätung/Streichung informieren. Kommt es durch eine Verspätung zu einer Gefährdung von Anschlüssen, so muss auch über alternative Anschlüsse informiert werden.

Verzögert sich die Ankunft des Schiffs um mehr als eine Stunde, besteht zusätzlich Anspruch auf Entschädigung. Je nach Dauer der Verspätung beträgt diese 25 oder 50 Prozent des Fahrscheinpreises. Keine Entschädigung gibt es jedoch, wenn die Verspätung durch extreme Witterung oder Naturkatastrophen verursacht wurde.

Beträgt eine Verzögerung voraussichtlich mindestens 90 Minuten oder kommt es zu einer Streichung, so muss der Beförderer kostenlos Imbisse, Mahlzeiten oder Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anbieten, wenn diese verfügbar sind. Ist aufgrund einer Verspätung oder einer Streichung ein Aufenthalt von einer oder mehreren Nächten oder eine Verlängerung des von den Fahrgästen geplanten Aufenthalts notwendig, so muss der Beförderer auch eine angemessene Unterbringung an Bord oder an Land anbieten. Auch für die Beförderung zwischen Hafenterminal und Unterkunft muss gesorgt werden.

Einbringung einer Beschwerde

Beschwerden müssen grundsätzlich innerhalb von zwei Monaten nach dem Vorfall beim Beförderungsunternehmen eingebracht werden. Das Unternehmen muss dann innerhalb eines Monats reagieren und spätestens zwei Monate nach Eingang der Beschwerde endgültig Bescheid erteilen.

Ist die Antwort nicht zufriedenstellend, besteht die Möglichkeit, sich an die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte zu wenden. Diese kann helfen, die Streitigkeit ohne Einschaltung eines Gerichts zu lösen. Kann ein Beschwerdefall nicht außergerichtlich geregelt werden, können Ansprüche auch vor Gericht eingeklagt werden.

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!